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Warum? – Gedanken zum Terror in Europa

#BloggerforPeace

Ich komme so langsam wieder in meinen Trott und bin darüber auch ganz froh. Am Ende des Jahres sollte keiner im alten Trott verweilen, schon gar nicht in besonders stressigem. Doch neben den schönen Dingen, über die wir uns alle freuen und glücklich sein könnten, liegt momentan ein noch ganz anderer Schatten der auch meine Seele immer nachdenklicher macht. Ich habe nun doch beschlossen diese Gedanken mit Euch zu teilen …

Warum

Ich war erst skeptisch ob ich dieses Thema überhaupt in den Blog bringen soll. Es geht normalerweise hier um Dinge die uns glücklich machen, uns erfreuen. Doch gestern Abend waren es erneut die Ereignisse die deutlich machten welche Ausmaße ein Krieg und seine Gewalt annehmen können. Ich bin kein Experte und kenne auch nicht alle Details aber ich versuche informiert zu bleiben. Natürlich könnte ich einfach weiter machen wie andere auch, denn „…in Deutschland sind wir doch weit weit weg von allem!“

Sind wird?

Statt das am Freitag den 13. ein, wie vom NASA Teleskop in Hawai entdeckt, „eckiges Objekt“ Weltraumschrott auf die Erde fallen sollte wurden wir auf eine so unfassbare Art erschüttert, dass es für mich unbegreiflich ist wieviel Hass Menschen in sich tragen müssen können. Mir persönlich wären Schlagzeilen über den Weltraumschrott lieber gewesen.

Spätestens mit der Beteiligung von Deutschland waren wir mittendrin. Wir liefern an Kurden im Norden des Iraks seit etwa einem Jahr Waffen für den Kampf gegen den IS und bilden kurdische Kämpfer für den Nahkampf aus. Frankreich tut noch mehr. Das Land bombardiert seit Ende September IS-Stellungen in Syrien. Nicht zu vergessen der Hauptakteur die USA, Russland und andere Länder.

Dem Punkt an dem wir heute stehen ging ja schon eine sehr lange Entwicklung voraus auf die ich hier jetzt nicht detailliert eingehen will. Die größten Eckdaten kennt sicher auch jeder von uns: 9/11, Eroberungen, Massenmord, Enthauptungen, Anschläge, Selbstmordattentäter. Wer also 2001, nach den Anschlägen auf das Word Trade Center, dachte Al Kaida war schon fürchterlich, schlimmer geht es nicht, dem fehlte für ISIS einfach nur die noch brutalere Vorstellungskraft.

Nachdem ISIS 2014 mit den unmenschlichen Videoenthauptungen vorging fingen sie an die Regierungen im Irak, Syrien, Libanon und Jordanien zu stürzen damit dort Ihr islamischer Staat mit seiner grausamen und brutalen Auslegung des islamischen Rechts entstehen kann.  Sogar Al Kaida beendete jegliche Zusammenarbeit mit ISIS und begründete das mit „der Brutalität der Organisation“. Das macht deutlich um wie viel schlimmer ISIS in diesem Szenario einzuordnen ist.

Heute wird die Zahl der aktiven ISIS-Kämpfer im Irak und Syrien auf über 80.000 geschätzt. Wer nicht an die eigenwillige Auslegung des Korans glaubt wird eben hingerichtet. Ganz davon ab das man als Frau in diesem System sowieso schon verloren hat. (Pflicht zur Verhüllung, kein Autofahren uvm.)

Wenn wir raus gehen dann haben wir keine Angst – müssen wir auch nicht. Wir können uns ausleben, egal in welcher Form. Wir können glauben was wir möchten, tun was wir möchten, leben wie wir möchten. Selbstbestimmt und frei.

Unvorstellbar grausam

Verständlich wenn die Menschen diesem Hass und der Gewalt entkommen möchten. Im direkten Kontakt mit den Kriegsflüchtlingen hört man nicht nur von den „offiziellen“ bereits oben erwähnten Gräueltaten, sondern auch von Einzelschicksalen mit noch schlimmeren Erlebnissen. Viele Kriegsflüchtlinge können auch gar nicht über das erlebte sprechen aber alle sagen immer ein und dasselbe: Wir möchten leben, frei sein, selbstbestimmt und irgendwann vielleicht auch wieder glücklich.

Wer sich dazu keine Gedanken macht und einfach nur mit dummen Kommentaren über SocialMedia wettert oder Flüchtlingsheime abfackelt hat den Schuss schlussendlich nicht gehört. Da wünschte ich mir manchmal ich könnte mir dem Finger schnippen und die Rollen tauschen. Wenn es anders herum wäre dann würden die, welche jetzt noch wettern, es doch genauso machen, oder? Dann wären sie plötzlich happy wenn es Menschen gibt denen Ihr Schicksal eben nicht gleichgültig ist, die einem ein Heim geben und die Möglichkeit wieder ein Leben zu führen bei dem man sich nicht permanent umsehen muss, ob einen vielleicht gerade jemand von hinten anvisiert oder ein falsches Wort auf den Lippen das eigene Leben kostet.

WARUM?
Warum diese unmenschliche Grausamkeit gegenüber anderen Menschen. Warum soviel Schmerz und Leid mit brutaler Absicht und dann auch noch im Namen Gottes. Warum macht es einem Menschen überhaupt nichts aus einfach mal so Hunderte und sich selbst zu töten? Ist das Köpfen von unschuldigen Menschen nicht Etwas das uns unser Verstand und unsere Seele samt Gewissen verbietet?  Kann denn ein Glaube, ein Gott, so etwas wirklich verlangen?

Warum tut ISIS das?

Es ist einfach nicht zu verstehen. Es ist brutal, grausam und es gibt dafür keine Rechtfertigung. Kein Gott würde das zu lassen. Man fühlt sich Gegenüber diesem Denken im ersten Moment völlig hilflos. Fällt das denen nicht auf? Ist da niemand dessen gesunder Menschenverstand sich meldet und sagt: „Hey, man schneidet anderen Menschen nicht einfach den Kopf ab!“, „Jedes Leben ist wertvoll!“ oder wenigstens „OH MEIN GOTT! WAS MACHE ICH HIER?“

Anscheinend nicht. Für ISIS sind wir die „Invasoren und Aggressoren“ die aus dem Irak vertrieben werden müssen damit die buchstabengetreue Ausführung Ihrer Auslegung ohne Einmischung (also ohne klar denkende und vernünftige Menschen) durchgesetzt werden kann: Die Errichtung eines islamistischen Gottesstaat mit überzogenen Regeln. Ihre Aktionen rechtfertigen sie mit dem Islam, dem Koran und auch der Sunna. Allerdings interpretieren sie das nach Ihren ganz eigenen Zwecken.

….. ich mach mir die Welt,: widewide wie sie mir gefällt ….

Ja, es gibt in Ihrem Glauben tatsächlich Passagen die zu Gewalt auffordern – das stimmt. Bei den Christen ebenso. Berühmtestes Beispiel aus der Bibel ist sicher „Auge um Auge, Zahn und Zahn“. Im Koran finden sich ähnliche Stellen die dazu auffordern. Das heißt aber doch nicht das ich nun jeden Ungläubigen und jeden Widersacher töten muss der mir im Weg steht. Keineswegs! Es zeigt mir nur das hier Dinge völlig aus dem Zusammenhang und mit Scheuklappen betrachtet werden, um damit die eigenen Taten blindlings zu billigen.

Alleine betrachtet sagt das obige Zitat aus der Bibel recht deutlich was zu tun ist. Im Kontext jedoch sieht das schon ganz anders aus! Vollständig lautet es nämlich: „Ihr habt gehört, dass den Alten gesagt ist: ,Auge um Auge, Zahn um Zahn‘. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin!“ (Mt 5,38 f.) Genau deswegen sollte man immer alles Kleingedruckte lesen und nicht nur die Überschriften 😉

Auch im Koran ist das Töten eine schlimme Sünde – egal wie ISIS sich das für die eigenen Zwecke auslegen mag.

Alle Länder unternehmen Ihre Maßnahmen und Aktionen gegen den Terror daher immer mit einem gemeinsamen Ziel:

Freiheit, Gerechtigkeit und Glück für alle Menschen und Völker.

Für mich ein sinnvolles Ziel. Der Weg dorthin ist voll mit guten aber auch unpopulären Entscheidungen. Ich möchte wirklich nicht in der Haut eines Präsidenten oder anderer Entscheiders stecken. Fakt ist: Nur allein mit Geld lässt sich der Frieden nicht sichern er muss oft erkämpft werden.

Gewalt erzeugt Gegengewalt

Das wir jedoch die andere Wange stumm hinhalten kann man auch nicht behaupten. Die passende Reaktion ist wirklich schwer. Es ist Terror, es sterben Unschuldige und auch wenn wir in Deutschland eine gute Polizei und Früherkennung haben so stellt sich am Ende doch die Frage: Wie reagiert man auf so brutales Vorgehen?

Frankreich hat bereits geantwortet. Mit Bomben auf Isis Hochburgen. Menschenleben gegen Menschenleben. Selbst der Vatikan ließ durch seinen Sprecher Pater Federico Lombardi mitteilen: „[…] … und es bedarf einer entschiedenen Reaktion, um der Ausbreitung dieses mörderischen Hasses in all seinen Formen zu begegnen”.

Ich bin mir da nicht sicher oder sagen wir besser ich bin zwiegespalten, ob das wirklich das richtige Zeichen ist. Wenn jemand anderes auf einen persönlich Gewalt ausübt schützt man sich dann, um Schlimmeres zu verhindern, oder schlägt man mit voller Wucht zurück?

Sind wir als Menschheit vielleicht im Jetzt gar nicht fähig ohne Gewalt zu leben?

In den westlichen Ländern sind wir doch eigentlich inzwischen weg von diesem ganz großen, terroterialen Machtgehabe. Man könnte sagen die Fronten/Grenzen sind geklärt. Wenn dann gibt es Machtgerangel nur noch in kleinem Stil. Das habe auch ich schon des öfteren erlebt wie Menschen sich verändern wenn Sie zu viel Macht bekommen. „Macht verändert den Charakter“ sagt man. Gib einem Menschen Macht und du erkennst seinen wahren Charakter. Macht verändert uns jedoch nur wenn wir das zulassen. Wenn wir also in einer solchen Situation sind dann müssen wir uns permanent selbst hinterfragen und vor allem unser Handeln immer auch mit etwas Distanz selbst betrachten. Das macht uns gerecht und einen guten Menschen aus.

Es darf kein Unschuldiger mehr durch solch brutale Anschläge sterben.

Aber ziehen wir uns deshalb nun zurück? Sagen wir alle öffentlichen Veranstaltungen ab? Keine EM nächstes Jahr? Keine Konzerte mehr? Keine Public Viewings? Vermeiden wir es ab sofort in größeren Gruppen zusammen zu kommen, Spaß zu haben und haben wir jetzt Angst vor ISIS und dem Terror? Oder bleiben wir mutig, zeigen Flagge und vertrauen darauf, daß alle Präventivmaßnahmen unserer Polizei und Sondereinheiten gelingen?

peace

Vielleicht geht es Euch ähnlich und Ihr spürt auch dieses beklemmende und hilflose Gefühl gegenüber dieser völlig unkontrollierbaren Terrormiliz?

Gerade jetzt dürfen wir aber nicht Schweigen. Wir schreiben jeden Tag über so vieles, sodass wir Blogger mit einer Botschaft die Menschen wirklich erreichen können. Wir brauchen den Austausch und den Mut vorzutreten und offen zu sagen was wir denken. Wir sind nicht durch falsche Auslegungen und Einschüchterungen mundtot zu machen. Wir sind frei und selbstbestimmt – alle die hier sind. Deshalb sage ich es jetzt frei heraus:

Wir dürfen keine Angst haben! Keine Angst für selbstverständliche Grundwerte einzustehen. Keine Angst vor ISIS oder dem Terror vor unserer Haustür. Wir müssen beharrlich sein. Dürfen jetzt nicht resignieren und müssen mit friedlichen Mitteln, für die bedingungslose Umsetzung der Menschenrechte sowie für das Recht auf Meinungs- und Religionsfreiheit aller Menschen dieser Welt einstehen.

Ich habe keine Angst!
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5 Kommentare

  1. Du hast das sehr informativ zusammengefasst. Mir ist nicht entgangen, dass viele Blogger, die sich sonst selten mal zu Katastrophen, Flugzeugabstürzen etc., geäußert haben, ein Zeichen auf Instagram setzen wollten. Ich habe nicht dazu gehört. Nicht, weil mich das Thema nicht berührt oder sogar nichts angeht, denn es geht uns alle an, ich wollte einfach nicht. Auch finde ich seltsam, wenn Menschen jetzt den Fokus so auf Paris liegen, so tragisch wie es ist. Jeden Tag passiert irgendwo auf der Welt etwas Grausames, wo man sich fragt, was in den Köpfer derer, die das verursachen vorgeht. Nur, wir haben uns leider schon die vielen Schreckensmeldungen gewöhnt, sie gehören zu unserem Alltag. Wenn dann quasi um die Ecke herum, wie in Paris, etwas passiert, schreien alle auf. Wenn in Syrien mal wieder Menschen umgebracht werden oder sonst wo auf der Welt, nehmen wir es lediglich noch hin: Weil, man kennt es ja.

    Ich möchte künftig auch nicht so darüber nachdenken, ob ich Angst habe oder nicht. Tatsache ist, dass man sich nicht isolieren sollte, denn damit wäre nichts erreicht. Größere Menschenansammlungen waren aber noch nie etwas für mich, da bleibe ich grundsätzlich fern.

    Zu fast jedem Jahresende, seit ich denken kann, häufen sich wieder schlimme Dinge. Erst vor einigen Wochen dachte ich, dass es so schön wäre, wenn mal ein kommender Jahreswechsel ruhig und leise geschieht, aber wenn es kein Terror ist, ist es eben eine Überschwemmung, ein Tsunami oder ein Vulkanausbruch.

    Wir hier gerade ja zu jenen, die noch keinen Krieg erleben mussten wie unsere Eltern oder Großeltern. Ich merke immer wieder, was für ein Privileg das ist, denn ich habe von meinen Verwandten schlimme Geschichten darüber gehört und mich natürlich auch selbst immer wieder mal informiert. Aber das, was auf der Welt alles immer wieder geschieht, zeigt uns nur, dass es keine Garantie dafür gibt, dass es hier nicht auch mal so weit ist und wenn eben kein Krieg, dann so ewas wie in Paris oder sonst wo.

    Es fällt nach solchen Ereignissen immer sehr schwer, zur Tagesordnung über zu gehen, ich bin bei weitem nicht so unbelastet wie sonst. Aber es ist auch ein Zeichen, auf sich selbst gut aufzupassen und dankbar für das zu sein, was wir haben, auch, wenn es wenig ist, auch, wenn uns manches ungerecht erscheint im alltäglichen Leben meine ich gerade, egal, was es ist: Dankbar sein für jeden Tag, den wir hier ohne Gewalt, Hunger oder Frieden verleben dürfen.

    Liebe Grüße an Dich

    1. Ja, das stimmt. Nur wo wir auf Naturkatastrophen keinen Einfluss haben – als Menschen – so haben wir beim Terror schon eine Wahl. Auch an anderen Stellen, wo Leid passiert agiert man ja bereits. Hilfsorganisationen und auch die Staatengemeinschaften sind in den meisten Krisengebieten im Einsatz, helfen, bauen auf, führen Friedensverhandlungen. Eben weil es uns nicht egal ist.

      Was den Terror und speziell ISIS so schlimm macht ist die brutale Willkürlichkeit. Ich habe von 9/11 seit vielen Jahren immer ein Bild vor Augen – und zwar als die Menschen aus den Fenstern sprangen um dann sekundenlang in den Tod zu fallen. Die Wahl war: verbrennen oder stürzen. Das sind Dinge die haben einfach nichts mehr mit Krieg zu tun – das ist purer Hass und das Verlangen so viele Menschen wie möglich auf einen Schlag zu ermorden.

      Paris war in dieser Kette nur das nächste Glied und ein Ereignis nachdem wir noch mehr zeigen müssen das es so nicht geht. Und wenn wir das schaffen dann können wir auch den Punkt von der Liste streichen das in Syrien Menschen umgebracht werden- denn dahinter steht auch der IS.

      1. Was die Naturkatastrophen angeht, hatte der Mensch durchaus öfter mal eine Wahl, denn auch die Natur macht nicht einfach „irgendwas“. Dadurch, dass in vielen Gemeinden oder Regionen Flüsse begradigt wurden, teilweise Überschwemmungen entstanden sind, wissen viele nicht. Wenn der Mensch in die Natur eingreift, hatte das schon öfter weitreichende Konsequenzen, aber gut, das ist ein anderes Thema.

        Diese Willkürlichkeit, die Du ansprichst beim Thema Terroranschläge, das ist wirklich etwas, was nachhaltig in den Köpfen bleibt. Dieses Ungerührte, denn da sind wir Menschen auch am Verletzlichsten. Paris bot sich geradezu an, mit mehreren Veranstaltungen, da, wo es eben richtig weh tut und das kann auch hier passieren, ganz klar.

        Die aus den Fenstern stürzenden Menschen haben sich bei mir auch eingebrannt, das wird man nie vergessen. Mir fällt es auch schwer, unseren Politikern zu vertrauen, Vertrauen hatte ich nie wirklich, aber nach solchen Ereignissen merkt man auch, dass man förmlich darauf angewiesen ist, die richtigen Informationen zu bekommen und einfach auch darauf hoffen muss, dass unsere Regierung die richtigen Entscheidungen trifft und das ist mit Sicherheit als Ganzes betrachtet auch nicht leicht.

  2. Sehr ehrliche Worte und Gedanken, die mir auch zu Denken gegeben haben. Ich verdränge gerne den Ernst der Lage, denn ich habe Angst …. Angst vor Terror und dem was da noch kommen könnte. Ich hoffe ich komme da auch hin und kann der Angst gegenüber treten. Ich hoffe aber, das einfach mal nachgedacht wird und ja man soll sich nicht unterkriegen lassen und zeigen, ihr macht mir keine Angst, jetzt erst recht nicht. Danke für deinen tollen Bericht.

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