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#FragBeAngel: Warum werden Kunststoff-Partikel in Peelings und Co. künftig ersetzt?

Die Frage der Woche (KW 39)

Kurz und knapp ist die neue Rubrik “Die Frage der Woche” in meinem Blog in der Euch Experten antworten auf die wichtigsten Beauty-Fragen geben.

Nachdem ich über Dontodent berichtet hatte und dort das Stichwort „Mikroplastik“ fiel merkte man schnell wie groß doch das Interesse dazu ist. Viele sind mit dem Thema überfordert und andere wundern sich warum es derzeit viele Produkte gibt die in Ihrer Formulierung überarbeitet werden mussten. Viele Produkte sind bereits überarbeitet und andere werden es noch. Die Frage der Woche lautet daher: :Warum werden Kunststoff-Partikel in Peelings und Co. künftig ersetzt?“

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Warum werden Kunststoff-Partikel
in Peelings und Co. künftig ersetzt?“

 

Markus Baumgärtner, Diplom-Chemiker und Geschäftsführer bei sensena Naturkosmetik sagt dazu:
„Die winzigen synthetischen Kügelchen (Mikroplastik) kommen, nachdem sie im Abfluss verschwinden, in die Kläranlagen. Sie sind inert, reagieren also weder mit Luft oder Wasser und zersetzen sich damit im Klärschlamm nicht. Von der Kläranlage gelangen sie in die Flüsse und weiter in die Meere, ins Trinkwasser oder auf die Felder. Man hat bereits nachgewiesen, dass sich kleine Kunststoff-Partikel in der Milch der Kühe anreichern. Das Mikroplastik ist also in unserer Nahrungskette angekommen. Die Behörden machen derzeit eine Bestandsaufnahme, um festzustellen, in welchen Kosmetika Mikroplastik steckt und wie viel die Hersteller davon erzeugen. Während dieses Screenings sind die Betriebe bereits angehalten, nach Ersatzstoffen zu suchen.

Dabei ist es wichtig, alternative Stoffe zu finden, die nicht gleich ein neues Problem schaffen. Ein Beispiel ist Luffa, eine Pflanze, die als Schwamm gerne in der Naturkosmetik eingesetzt wird. Luffa wächst aber in der Natur in der riesigen Menge, die man bräuchte, nicht nach.
Ein idealer natürlicher Schleifkörper soll im Entsorgungskreislauf nicht stören, sich in den Kläranlagen also problemlos abbauen, über die Gewässer in den Naturkreislauf zurückkommen und in der Natur genügend vorhanden sein. Sinnvolle Ersatzstoffe sind Wachse und Fette, die jedoch hydriert und granuliert werden müssen, also einen gewissen Aufwand mit sich bringen. Ideal sind hingegen Salze, weil sie praktisch immer vorhanden sind. Auch Zucker eignet sich aufgrund seiner natürlichen Kristallstruktur sehr gut. Bei sensena Naturkosmetik verwenden wir neben Meersalz auch gemahlene Walnussschalen für unsere Duschpeelings. Im Prinzip sind sie ein Abfallprodukt aus der Walnussproduktion und für die ökologische Bilanz damit sehr gut geeignet. Auch während des Jahres sind sie in großen Mengen gut abrufbar. Es ist gut, dass das Thema auf die Agenda gekommen ist. Verbraucher und Handel sind sensibilisiert und können über ihr Konsumverhalten den Handel und die Hersteller beeinflussen.“

 


 

Birgit Huber, Bereichsleiterin Schönheitspflege IKW sagt dazu:
„Die in kosmetischen Mitteln überwiegend eingesetzten Mikrokunststoffpartikel bestehen in der Regel aus Polyethylen (PE). Mikrokunststoffpartikel in kosmetischen Mitteln wurden vom BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) kürzlich als sicher für den Verbraucher bewertet. Mikrokunststoffpartikel werden in einigen speziellen Produkten eingesetzt, um z. B. bei Gesichtsreinigungsprodukten einen sogenannten Peeling-Effekt zu erreichen. Der Austausch der Kunststoffpartikel ist ein komplexer Vorgang: für den Einsatz alternativer Stoffe müssen Sicherheit, Wirksamkeit, Umweltverträglichkeit und Produktstabilität getestet und gewährleistet werden. Hierzu sind neben den Entwicklungsarbeiten umfangreiche Prüfungen erforderlich. Viele Hersteller haben bereits angekündigt, Lösungen zu erarbeiten, um diese Substanzen zukünftig zu ersetzen.“ Eine umfassende Stellungnahme des IKW dazu findet sich >> HIER .

 


 

Sabine Kästner, Beauty- und Naturkosmetikexpertin bei Lavera sagt dazu:
„Mikroplastik belastet die Umwelt um ein Vielfaches – es ist nicht recycelbar und kaum abbaubar. Erste Studien von der Uni Oldenburg z.B. zeigen: Die kleinen Teilchen sind bereits in der Nahrungskette in z. B. Honig, Milch oder Fischen nachweisbar. In der Kosmetik werden die Teilchen als Peelingkörper eingesetzt, aber auch bei Tages- und Nachtcremes, Seren, Pudern, Concealern, Rouge, Lidschatten, Mascara, Eyelinern, Augenbrauenstiften und Haushaltsreinigern. Daher findet ein Umdenken statt. Mikroplastik ist für Naturkosmetik schon immer tabu. Seit 27 Jahren verwendet lavera Naturkosmetik als natürliche Alternative z. B. Mineralfarben, Jojobawachsperlen oder Kieselsäure-Peelingkörper und nutzt dabei die Mehrfachfunktion der natürlichen Inhaltsstoffe. Das Dusch-Peeling „Lime Sensation“ enthält Kieselsäure-Peeling-Körper. Die Haut wird massiert und gleichzeitig gestärkt. Das „Klärende Gesichtspeeling“ von lavera enthält zusätzlich Jojobawachsperlen. Die Perlen massieren die Haut sanft, lösen sich dabei auf und schenken schon bei der Reinigung Feuchtigkeit. Die Hautschüppchen werden jeweils entfernt. Die natürlichen Peeling-Alternativen sorgen nicht nur für eine glatte, geschmeidige Haut, sondern sind auch gut für die Umwelt.“


 

Dr. Michaela Arens-Corell, Leiterin der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung der Sebapharma GmbH & Co KG sagt dazu:
„Die meisten Peelings enthielten bislang kleine Polyethylenkügelchen, die einen sehr hautschonenden Rubeleffekt vermitteln. Allerdings hat das Umweltbundesamt kritisiert, dass diese nicht abbaubaren Mikrokunststoffe zur Belastung der Gewässer und der darin lebenden Organismen beitragen könnten. Zwar ist die Menge an Mikrokunstoffpartikel, die durch Peelings in Gewässer gelangt, im Verhältnis zu anderen Quellen, wie z. B. weggeworfenen und mit der Zeit auf Mikrogröße zerrissenen und verriebenen Verpackungsmaterialien, sehr gering, aber durch Austausch gegen abbaubare Partikel vermeidbar. In „sebamed Unreine Haut Waschpeeling“ werden Mikropartikel aus Jojoba- und Rizinusöl verwendet, die in der Umwelt schnell abgebaut werden.“

 


mikroplastik-banner

BeAngel sagt dazu:

Mikroplastik ist, jetzt wo man Kenntnis darüber hat, ein sehr großes Thema. Ich muss zugeben soweit denkt man persönlich gar nicht, wenn man eine Zahncreme oder ein Peeling verwendet. Inzwischen ist es jedoch eine völlig andere Wahrnehmung und man schaut nun doch noch genauer hin, ob denn in einem Produkt etwas natürliches oder eben Mikroplastik verwendet wird und kauft dann eben das natürliche Produkt. Ich bin auch meine eigenen Produkte durchgegangen um wirklich mal die Menge einschätzen zu können wieviele Produkte mit Mikroplastik bei mir so rumstehen und klar das ich fündig wurde.

Mein Balea Sanftes Peeling-Gel, Clinique Exfoliating Scrub, Garnier Hautklar 3 in 1 Reinigung Peeling Maske, Schaebens Totes Meer Peeling und auch The Body Shop Gel Douche Gommant Clémentine enthalten allesamt Mikroplastikpartikel. Bei den Peelings ist es jetzt noch relativ offensichtlich – aber die Thematik Mikroplastik hat noch viel gewaltigere Ausmaße, die eigentlich fast sämtliche Beautybereiche tangiert. Der BUND hat eine enorm lange Liste herausgebracht im August 2014, wo fast alle großen Marken vertreten sind: AVON, NIVEA, SHISEIDO, Avene, Benefit, Clinique, Manhattan, Maybelline, MaxFaktor, Catrice, Laura Mercier, essence und und und

Die komplette Liste könnt Ihr Euch >>HIER<< downloaden, die Mikroplastik-Belastung Eurer Kosmetikprodukte checken.

 

Ich für meinen Teil werde zukünftig darauf achten – vor allem auch ob die Hersteller die Produkte überarbeiten und sollte dem nicht so ein werde ich mich nach Alternativen, die eben kein Mikroplastik enthalten, umsehen. Das es möglich ist Ersatzstoffe zu nutzen haben uns die Experten ja bereits bestätigt.

 

Wer möchte kann sich diesen Button kostenlos entführen:

mikroplastik-button

 

 

Würdet Ihr auf diese Produkte lieber verzichten  – oder Euch von den Herstellern eine Neuauflagen der betroffenen Produkte wünschen?

 


Ihr habt auch eine Beautyfrage die Ihr schon immer von Experten beantworten lassen wolltet? Dann hinterlasst hier einen Kommentar oder schreibt mir eine Email: kontakt@beangels-blog.de.

 

Expertenquelle: beautypress.de

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